Unternehmensberatung Annette Eschment

Liquidität verbessern

Plädoyer für ein aktives Forderungsmanagement und die Liquiditätsplanung

Wenn das Kreditlimit überzogen ist und der Lieferant mit Lieferstopp droht, ist es in der Regel zu spät, um eine Erhöhung des Kreditrahmens oder eine Verlängerung der Zahlungsziele zu verhandeln.

Das Unternehmen muss im Vorfeld dafür Sorge tragen, rechtzeitig über flüssige Mittel zu verfügen. In diesem Zusammenhang muss es seine Außenstände reduzieren, Kreditrisiken minimieren und die Zahlungseingänge beschleunigen.

Die Liquiditätsplanung hilft dem Unternehmen, die Zahlungsvorgänge besser zu koordinieren und Maßnahmen zur Überbrückung von Engpässen einzuleiten.

Forderungsmanagement

Rechnungserstellung
Das Unternehmen muss organisatorisch in der Lage sein, Produkte und Dienstleistungen zeitnah und inhaltlich korrekt in Rechnung zu stellen. Wesentlicher Bestandteil der Rechnung ist auch die genaue Angabe über die Fälligkeit der Zahlung.

Kreditpolitik
Die allgemeinen Zahlungsbedingungen, die Konditionen bei Erstlieferungen, die Größenordnung der Kreditlimits etc. sollten einheitlich und klar definiert sein. Die Kreditpolitik des Hauses muss auch dem Kunden eindeutig vermittelt werden.

Bonitätsprüfungen und Kreditlimits für jeden einzelnen Kunden zählen zu den Routineaufgaben, die am Anfang einer Geschäftsbeziehung und dann regelmäßig erledigt werden sollten.

Mahnwesen
Die Überwachung der Kreditlimits und das Mahnwesen setzen voraus, dass die Zahlungseingänge zeitnah registriert werden und die Einhaltung der Zahlungsziele kontrolliert wird. Ob das Mahnwesen im Haus oder über ein Inkasso-Unternehmen abgewickelt werden sollte, ist eine Frage des Einzelfalls.

Liquiditätsplanung

Die Liquiditätsplanung stellt die zukünftigen Einnahmen und Ausgaben gegenüber und zeigt, zu welchen Zeitpunkten Unterdeckungen zu befürchten sind.

Sie verdeutlicht, ob das Unternehmen aus eigenen Mitteln oder nur aufgrund externer Hilfe (z.B. Darlehen, Kapitaleinlagen, Lieferantenmoratorien) seine Zahlungsfähigkeit innerhalb einer bestimmten Periode aufrecht erhalten kann.

Im kurzfristigen Bereich sind die Forderungen und Verbindlichkeiten im allgemeinen bekannt und können nach Fälligkeiten aufgestellt werden. Kurzfristige Finanzengpässe können in der Regel aufgefangen werden, wenn man früh genug mit den Lieferanten u./o. der Hausbank Kontakt aufnimmt.

Um den mittel- und langfristigen Kapitalbedarf richtig einschätzen zu können, muss sich die Liquiditätsplanung (in Zusammenhang mit der Ergebnisplanung) auf einen längeren Zeitraum beziehen. Die Marketingstrategie und die Umsatzplanung spielen für die Finanzplanung eine ganz bedeutende Rolle.

Tipp(s)

Ein aktives Forderungsmanagement und die Liquiditätsplanung erfordern Disziplin, sind aber - mit Ausnahme der langfristigen Liquiditätsplanung - nicht sehr schwierig, wenn konkrete und transparente Regeln das Zusammenspiel zwischen Vertrieb, Einkauf, Buchhaltung und Geschäftsführung leiten.

Kontraproduktiv sind Informationslücken und Reibungen zwischen den Zuständigkeitsbereichen.

Organisatorische Schritte, Kompetenzaufteilungen und gegenseitige Informationspflichten sollten die Einführung der besprochenen Maßnahmen begleiten.

Abschließend muss bemerkt werden, dass auch eine exzellente Debitorenverwaltung und Liquiditätsplanung ein Unternehmen nicht vor der Insolvenz retten kann, wenn Monat für Monat Verluste eingefahren werden und keine zusätzlichen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.

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