Konsequenzen von Insolvenzen
Notwendiger Mehrumsatz um Zahlungausfälle abzufangen
Wirtschafts- und Konjunkturanalysen belegen, dass die Mehrzahl der Insolvenzaufkommen sich auf Kleinunternehmen beziehen. (www.creditreform.de). Die "Pleiten" verursachen jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe.
Im Insolvenzfall geht der Lieferant fast immer leer aus: viele Insolvenzverfahren werden mangels Masse nicht eröffnet bzw. vorzeitg beendet. Eventuelle Eigentumsvorbehalte kommen kaum zum tragen.
Vielen Kleinunternehmen ist die Auswirkung auf den Gewinn und der Mehraufwand, den sie betreiben müssen, um einen Forderungsausfall auszugleichen, nicht voll bewusst.
Verlust (Gewinnminderung)
Der Zahlungsausfall mindert in voller Höhe den Gewinn des geschädigten Lieferanten.
Beispiel:
Der Händler "Achim Fleißig" hat einen Zahlungsausfall in Höhe von 10.000 € + Mehrwertsteuer erlitten. Bei einem Jahresumsatz von 500.000 € bedeutet dieses für ihn eine Umsatzeinbuße von 2%. Sein voraussichtlicher Gewinn lag (vor dem Ausfall) bei 20.000 €.
Das Finanzamt wird Achim Fleißig die vor Monaten gezahlte Mehrwertsteuer erstatten (Berichtigung nach §17 Abs.2 Nr. 1 UStG). Es verbleiben 10.000 €, "die ausgebucht werden müssen".
Nach dem Forderungsausfall sieht das Jahresergebnis wie folgt aus:
Umsatzerlöse
Umsatzerlöse: 500.000 €
Abschreibung Forderung: -10.000 €
Restliche Aufwendungen: -480.000 €
Gewinn: 10.000 €
Mit 2% Umsatzverlust gehen A. Fleißig 50% des Gewinns verloren.
Kompensation
Ohne Forderungsausfall hätte die Gewinn- und Verlustrechnung von Achim Fleißig wie folgt ausgesehen:
Umsatzerlöse
Umsatzerlöse: 500.000 €
Aufwendungen: -480.000 €
Gewinn: 20.000 €
Die Umsatzrendite von A. Fleißig liegt bei 4% (20.000 € /500.000 €: für jeweils 100 € Umsatz kann er einen Gewinn in Höhe von 4 € verbuchen.
Achim Fleißig müsste also einen Mehrumsatz von 250.000 realisieren, um den Forderungsausfall von 10.000 € aufzufangen und einen Gewinn in Höhe von 20.000 € zu realisieren.
Tabelle
Die folgende Tabelle illustriert annähernd, welchen außerordentlichen Mehraufwand ein Unternehmen betreiben muß, um Zahlungsausfälle zu kompensieren.
Mehraufwand zum Ausgleich von Zahlungsausfällen

Tipp(s)
Der Mehraufwand zum Ausgleich von Zahlungsausfällen zeigt, dass es sich lohnt das Kreditrisiko im Vorfeld zu beschränken und seine Mitarbeiter auf die Früherkennung von Insolvenzrisiken zu trainieren.
Eine Kreditversicherung oder (echtes) Factoring können das Risiko stark reduzieren. Sie repräsentieren aber keine "Patentlösung", die für alle Unternehmen gleich praktikabel wäre. Das Unternehmen sollte hierzu eigene Kosten/Nutzen Analysen durchführen.
Für eine große Anzahl von Firmen bieten Auskunfteien die beste Form der Unterstützung. Gegen relativ niedrige Gebühren informieren sie ihre Mitglieder über die Zahlungsweise eines Kunden und liefern auch Anhaltspunkte für die Festsetzung von individuellen Kreditlimits.
Wenn ein Risiko gegeben ist und keine geeignete Lösung (z.B. Vorkasse, Barzahlung bei Lieferung, Bankgarantie) gefunden werden kann, sollte das Unternehmen sorgfältig abwägen, ob es nicht besser wäre, auf die Lieferung/Leistung zu verzichten.



